Das Umweltbundesamt hat eine 123-seitige Broschüre zum Klimawandel herausgegeben, in dieser Broschüre wird der wissenschaftliche Stand und die Debatte darum dargestellt. Hier soll es mir nicht, um den wissenschaftlichen Stand gehen. Dies können sicherlich andere besser als ich tun. Hier geht es um die Diskussion, die Debatte die viele führen, ob der Klimawandel von Menschen verursacht wird oder nicht.

Unter Klimaforscher_innen scheint diese Debatte klar vorbei zu sein, es gibt nur wenige die der Theorie widersprechen, dass der Klimawandel von Menschen (mit)verursacht wird. Dies hat nicht zuletzt eine Studie von John Cook et. al. (2013) bestätigt, in der wissenschaftliche Artikel darauf untersucht wurden, ob sie die These unterstützen oder nicht. Ergebnis ist, dass 97% der Texte, die sich mit den Ursachen beschäftigten, die These des menschengemachten Klimawandels unterstützten oder bestätigten.

Nun stellt das Umweltbundesamt dennoch eine Debatte dar und vor allem stellt sie die Teilnehmer dieser Debatte vor. Es handelt sich dabei nicht, um Privatpersonen, sondern um Personen oder Organisation des öffentlichen Lebens. Sie gingen in der Vergangenheit von selbst in die Öffentlichkeit, um dieser ihre Meinung mitzuteilen. Das Amt stellt die Meinungen dieser Person in den Zusammenhang was über den Klimawandel bekannt ist, und weist auf Probleme und Unstimmigkeiten hin. Etwas was der Journalist Peter Hadfield auf Youtube seit Jahren tut.

Nun wird das Umweltbundesamt, z.B. von Henryk Broder in der Welt oder Reinhard Schlieker bei heute dafür angegriffen, diese Meinungen zu rezitieren und einzuordnen. Wohl gemerkt, das Amt wurde nicht dafür angegriffen, Zitate zu verfälschen oder zu falsch zu deuten, sondern einzig allein sie zu zitieren.

Für Broder musste es natürlich ein Vergleich mit der politischen Vergangenheit Deutschlands sein. Manchmal habe ich den Eindruck, ihm fallen keine anderen Vergleiche mehr ein aber vielleicht bekomme ich die anderen Artikel gar nicht mehr mit. Jedenfalls vergreift sich Broder hier eindeutig. Es wirkt auf mich, als wenn er den Text des Amts nicht gelesen hätte. Es lohnt fast nicht, Broder überhaupt zu erwähnen, weil er für die Diskussion nichts beiträgt. Sein Absatz über den Klimawandel ist veraltet und spiegelt halt nicht den aktuellen wissenschaftlichen Stand wider.

Schlieker geht einen anderen Weg, er wirft dem Amt vor eine Debatte beenden zu wollen. Ich weiß nicht, wie er darauf kommt oder wieso er es schreibt, vor allem weil Klimawandelskeptiker regelmäßig darüber schreiben und reden, dass die Debatte jetzt beendet sei, wenn irgendwo ein Artikel erscheint, der angeblich den Konsens zum Klimawandel widerspricht. Schlieker wirft dem Amt sogar Rufmord vor. Ich frage mich für was, hat das Amt die Personen falsch zitiert, hat das Amt seine Überzeugung, dass Vahrenholt und sein Co-Autor Sebastian Lüning nicht qualifiziert sind nicht begründet? Gerade dieser Fall legt eine komische Definition von Debatte dar. Denn bei der Veröffentlichung des Buches von Vahrenholt und Lüning haben viele die mangelnde Qualifikation der beiden Autoren kritisiert. Sie wollen Dinge getan haben, für ein Team von Klimaforscher_innen Jahre benötigen würde und auch braucht. Wie das Amt schon schreibt, Klimamodelle sind komplex und aufwändig.

So von einem Rufmord zu sprechen, könnte selbst Rufmord sein, wenn dies bei einer Behörde überhaupt möglich ist. Die Scheindebatte um den Klimawandel wird weitergehen. Wobei das Ergebnis für die Klimawandelskeptiker schon zu 100% feststeht, während die Klimaforscher_innen sich mit einem Konfidenzintervall von unter 95% zufrieden geben müssen.