Heute gab es wieder einmal im Schanzenviertel Ausschreitungen zwischen Demonstranten_innen und der Polizei. Wieder einmal wird die Gewalt der Polizei verharmlost und die der Demonstranten_innen in den Vordergrund gestellt. Wieder einmal wird die Gewalt der Polizei nicht in Frage gestellt und niemand wird dafür zurücktreten müssen.

Nur was ist eigentlich passiert? Die Demo betrat die erlaubte Route von der Roten Flora aus und kam auf die Eisenbahnbrücke über das Schulterblatt zu. Auf der anderen Seite der Brücke blockierte die Bereitsschaftspolizei den Demonstrationszug und es ging nicht weiter. Begründet wurde dies damit, Unbekannte hätten die Polizei von der Eisenbahnbrücke mit Gegenständen beworfen, ob dies stimmt weiß irgendwie niemand, in Frage gestellt wird es kaum bis gar nicht. Und dann kommt, was kommen musste, irgendwelche Idioten werfen wirklich Gegenstände in Richtung Polizei und diese nimmt dies zum Grund, Schlagstöcker und Wasserwerfer gegen die Demonstration einzusetzen.

Für mich war die Blockierung der Demonstrationsroute eine gezielte Provokation durch die Polizei. Sie musste wissen, was passiert. Sie musste wissen, was die Folge daraus sein wird, sich dieser Demonstration in den Weg zu stellen. Oder war die Einsatzleitung wirklich so naiv zu glauben, die Teilnehmer_innen würden dann ihre Sachen packen und nach Hause gehen? Oder sich bloß hinzusetzen und zu warten? Die folgenden Ausschreitungen waren keine Überraschung.

Vor allem weil über die Jahre die Demonstrationen und Ausschreitungen im Schanzenviertel genau jene Demonstranten_innen angelockt haben, die auf diese Weise provoziert werden können. Und diese Demonstranten_innen liefern dann auch genau die Bilder, die für die Begründung solcher Polizeieinsätze notwendig sind.