In vielen Netzwerken wird das Netzwerk besser, wenn neue Teilnehmer_innen hinzu kommen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Telefonnetzwerk. Je mehr Menschen ein Telefon besitzen, welches am selben Netzwerk angeschlossen ist, desto nützlicher ist das Netzwerk für jeden einzelnen und desto attraktiver wird es, Teil dieses Netzwerks zu sein. Gleichzeitig gibt es noch einen weiteren Effekt. Denn mit der Zahl der Benutzer_innen in diesem Netzwerk haben andere Netzwerke es schwer mit dem etablierten Netzwerk zu konkurrieren. Es entsteht ein natürliches Monopol.

Stromnetze verhalten sich jedoch anders. Erst einmal ist es natürlich von Vorteil, wenn möglichst viele am Stromnetz angeschlossen sind. Denn je mehr die Vorteile von elektrischen Strom sehen, desto mehr wollen Menschen daran teilhaben, und sie wollen es überall. So haben Orte einen starken Anreiz am Stromnetz angeschlossen zu sein. Doch hier hören die Gemeinsamkeiten auf.

Denn das Stromnetz ist kein Netz, es ist ein See. Mehr noch, ein See wo genau darauf geachtet werden muss, dass der Pegel jederzeit gleich ist. So muss für eine steigende Anzahl von Teilnehmer_innen auch eine entsprechende Erzeugungskapazität zur Verfügung stehen.

Dies macht auch die Konkurrenzsituation anders, während zwar jedes Haus oder jeder Verbraucher nur mit einem Kabel versorgt werden muss, muss nicht jedes Haus oder jeder Haushalt am gleichen Netz hängen, um mit Strom versorgt zu werden. Es ist sogar möglich gar nicht am öffentlichen Netz angeschlossen zu sein und seinen Strombedarf komplett selbst zu gestalten.