Diese Woche war das Thema Privatsphäre bei mir sehr groß geschrieben. Und es löst bei mir Unbehagen aus. Nicht nur weil ich ein intensiver Nutzer sozialer Netzwerke bin, sondern auch, weil ich glaube das ich durch diese Nutzung ein Vorteil habe.

Aber die Vorstellung darüber, was Unternehmen wie Google oder Facebook und Geheimdienste wie NSA, GCHQ oder BND über mich und andere wissen beunruhigt mich schon. Und es wirkt, als könne dagegen nichts unternommen werden. Zu anderen Anbietern wechseln könnte eine Option sein, doch durch Netzwerkeffekte ist dies meist nur ein kleiner Schutz. Gleichzeitig empfinde ich die Haltung vieler Datenschützer_innen als zu extrem, dass ich mich frage, ob es hier wirklich, um Datenschutz geht.

Vielleicht befinde ich mich schon in einem dem Stockholm-Syndrom nahestehenden Zustand und möchte nicht auf meine geliebte Onlinewelt verzichten. Eine Welt die mir neue Kontakte beschert hat, die mir automatisch das Wetter und Verkehrsmeldungen zeigt, oder Nachrichten zu Themen nach denen ich oft suche. Für all diese Dienste müssen Daten gesammelt, verknüpft und ausgewertet werden.

Daten sind allerdings nicht harmlos, genau wie sie mir Information zu meiner Lieblingsfußballmannschaft liefern können, können sie mir auch schaden, ob dies ein Kredit ist, den ich nicht bekomme oder gar eine Anzeige für irgendwas ist. Nicht wenige befürchten, dass diese Entwicklung in einer Überwachungsgesellschaft enden wird, wo niemand mehr anonym etwas tun kann und alles allen bekannt ist (oder wenige alles über alle wissen). Und da Überwachung durchaus zu Verhaltensänderungen bei Menschen führt, könnte eine solche Gesellschaft eine sehr unfreie Gesellschaft sein. Gibt es auch eine andere Möglichkeit?

Vielleicht erleben wir mit Daten das Gleiche, was wir mit dem Internet erleben, es wirkt strukturverstärkend. In einer offenen Gesellschaft führt es zu mehr Offenheit, in einer unfreien Gesellschaft zu mehr Unfreiheit.

Für mich ist es nicht nur wichtig zu regulieren, wie Daten gesammelt, sondern auch zu regeln, wie sie verknüpft und genutzt werden dürfen. Und dies für alle Bereiche, wenn sich endlich durchsetzt, dass eine IP-Adresse alleine eben nicht generell eine einzelne Person identifiziert, darf sie auch nicht als Beweis akzeptiert werden, dass eine einzelne Person etwas getan hat.

Dies ist alles konfus und alles andere als ausgearbeitet oder gar recherchiert. Einfach nur ein paar Gedanken, die vielleicht eher meinen Kopfschmerzen heute zuzurechnen sind als einer klaren Erkenntnis, daher gelten hier die weisen Wort von John Maynard Keynes: “When my information changes, I alter my conclusions.”