Seit einiger Zeit tauchen regelmäßig Tweets vom Verein Deutsche Direkthilfe in meiner Twitter-Timeline auf. Gesucht wird nach konkreter Hilfe für ein konkretes Problem. Bisher habe ich den Tweets wenig Beachtung geschenkt, weil ich eh nicht helfen konnte oder weil es die Anfragen seltsam fand. Zum Beispiel wurde nach einer Adoptivfamilie gesucht.

Diese Woche nun verbreitete der Twitteraccount der Deutschen Direkthilfe einen Tweet in dem der Meinung von Birgit Kelle, dass Feminismus ein Luxusproblem sei, zugestimmt wurde. Vor der Sendung wurde noch darauf hingewiesen (Tweet wurde später gelöscht.), dass Birgit Kelle in der Sendung zu Gast sein würde. Später behauptet der Verein, dies sei ein Zitat gewesen und wollte Birgit Kelle gar nicht mehr kennen. Ein ziemliches hin und her was da von dem Verein aufgeführt wurde. Vor allem weil der Verein selbst sich gegen Gruppen wie PEGIDA oder Pro NRW auf seinem Blog positioniert hat. Wie kommt es dann zu so einer solchen Nähe zu einer neurechten Publizistin?

Letztlich ist dies nur ein Anlass gewesen sich mit diesem Verein auseinander zu setzen. Wer ist dieser Verein, was macht der Verein und wie finanziert er sich. Alles Dinge die man z.B. nach Meinung des DZI ohne weitere Nachfragen herausfinden sollte. Auf der Webseite des Vereins wird nur eine Verantwortliche Person genannt, die 1. Vorsitzende Ines Nolden. Ob diese ehrenamtlich für den Verein tätig ist oder Hauptamtlich erfährt man nicht.

Das DZI hat in seinen Leitlinien zum Spendensiegel einige Punkte zum Thema Transparenz aufgeschrieben und selbst wenn eine Organisation dieses Siegel aus Gründen ablehnt halte ich diese Leitlinien für sinnvoll und suche danach, wenn ich die Seite einer Organisation besuche. Dazu gehört nicht nur, was die Organisation macht, sondern auch wie sie es macht. Die Deutsche Direkthilfe schreibt zwar wen sie helfen will und man könnte das Blog des Vereins großzügig als offiziellen Bericht über deren Arbeit sehen, doch wird wenig über die Struktur verraten, wenig darüber wie Entscheidungen getroffen werden. Auch über die finanzielle Situation findet sich nichts auf der Webseite, weder wie viele Spenden eingenommen wurden noch wie hoch die Ausgaben gewesen sind. Der Verein ist noch jung aber zumindest für die Jahre 2012 und 2013 sollte es Zahlen geben.

Die Art und Weise wie sich die Deutsche Direkthilfe präsentiert ist für mich sehr positiv, es wird eindeutig gesagt, dass die Hilfe nicht aus Mitleid machen, sondern aus der Überzeugung, dass jeder ein Anspruch auf eine solche Hilfe hat. Man kann sich sicherlich darüber streiten, was der Verein unter dem Begriff unverschuldet versteht aber dennoch ist es nicht falsch was er tut. So schmerzt es mich um so mehr, wie die Deutsche Direkthilfe Transparenzgebote ignoriert oder mit Kritik umgeht. Es ist eben nicht nur wichtig, ob ein Helfer helfen, sondern auch wie.

Nein, ich habe keinen Kontakt mit der Deutschen Direkthilfe gesucht. Die fehlenden Informationen sollten ohne Nachfrage zur Verfügung stehen. Das tun sie aktuell nicht.